Was soll bei der Wahl des Standortes besonders beachtet werden?
Dazu zwei ausgewählte Branchenbeispiele:
Handel
Der Handel ist sehr stark absatzorientiert. Das Erreichen einer möglichst großen
Anzahl potenzieller Kunden und direkter sowie unmittelbarer Kontakt zu ihnen,
das heißt kurze Absatzwege, ist für eine gute Umsatz- und Ertragslage unerlässlich.
Der Einzelhandel lebt im Wesentlichen, falls ein Sortiment des täglich wiederkehrenden
Bedarfs geführt wird, von der sogenannten Laufkundschaft, die zum Beispiel
morgens auf dem Weg zur Arbeitsstätte „beim Händler an der Ecke“ Zeitungen,
Zeitschriften, Zigaretten usw. kauft. Es ist daher klar, dass ein Einzelhandelsgeschäft
mit dieser Sortimentspalette an Standorten errichtet werden sollte, die einen
unmittelbaren Kontakt zum Kunden in Wohnvierteln, an Straßenbahn- und Bushaltestellen
und ähnlichen Stellen gewährleisten.
Anders sieht es bei Geschäften aus, die ein Sortiment führen, das nur periodisch
gekauft wird, zum Beispiel Schuhe, Textilien usw. Hier wäre die günstigere Geschäftslage
in der „City“ mit ihren belebten Straßen und Plätzen zu finden. Wegen
Parkplatznot findet man Geschäfte mit periodisch gekauftem Warensortiment auch
des Öfteren in Einkaufszentren in Stadtrandlage.
Zusammenfassend können Einzelhandelsgeschäfte nach der Nachfragehäufigkeit
wie folgt unterschieden werden:
1. Einzelhandelsgeschäfte, die einen direkten und unmittelbaren Kontakt zum
Lebensraum des potenziellen Kunden haben und ein Warensortiment des täglichen
Bedarfs führen.
Welche Geschäftsarten sind das zum Beispiel:
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Lebensmittelgeschäfte
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Bäckereien
-
Metzgereien
-
Zeitungs- und Tabakgeschäfte
Günstige Standorte:
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geschlossene Wohngebiete
-
Straßenbahn-, Bus- und U-Bahn-Haltestellen
-
Umgebung größerer Firmen und Behörden
2. Einzelhandelsgeschäfte, die einen direkten Kontakt zu Personenströmen in
belebten Einkaufszentren der Innenstadt haben. Man spricht hier von Geschäften
mit einem Sortiment des periodisch wiederkehrenden Bedarfs, deren Waren nicht
regelmäßig gekauft werden.
Welche Geschäftsarten sind das unter anderem:
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Schuhgeschäfte
-
Schmuckgeschäfte
-
Sportartikelgeschäfte
-
Glaswarengeschäfte
Günstige Standorte:
-
belebte Geschäftsstraßen in der City
-
innenstadtähnliche Plätze in großen Vorstädten
-
Einkaufszentren am Rande der Städte
Bevor jedoch eine Standortentscheidung getroffen wird, sollten einige zusätzliche
Fragen beantwortet werden:
-
Wo will ich mein Geschäft eröffnen? In welcher Stadt? In welchem Ortsteil?
In welcher Straße? -
Welchen Kundenkreis will ich ansprechen?
-
Ist ausreichend Kaufkraft im Einzugsgebiet vorhanden? Ist die Einkommensstruktur
für mein Warensortiment vorhanden? -
Welche Konkurrenzgeschäfte befinden sich bereits im Einzugsgebiet?
-
Ist der potenzielle Kundenkreis groß und kaufkräftig genug, damit auch dann,
wenn mehrere Konkurrenzgeschäfte im Einzugsgebiet vorhanden sind, eine zufriedenstellende Umsatz- und Ertragslage mittel- und langfristig erreicht werden
kann? -
Wie ist die Wettbewerbssituation im Einzugsgebiet? Wie viele Konkurrenzgeschäfte
gibt es und in welcher Entfernung liegen diese von meinem Standort? -
Welche besonderen Merkmale (Ausstattung, Schaufenstergestaltung, Fassadenverkleidung) zeichnet die Konkurrenz aus?
-
Durch welche vorteilhafte und individuelle Gestaltung kann ich mich von der
Konkurrenz unterscheiden? -
Welche öffentlichen Verkehrsmittel und -verbindungen sind in Standortnähe
oder werden in Kürze fertiggestellt? -
Sind ausreichend Parkplätze vorhanden?
-
Welche verkehrstechnischen und baulichen Maßnahmen sind kurz- und mittelfristig
geplant?
Handwerk
Der Standort des Handwerksbetriebes ist, falls er zur „schnellen“ Dienstleistung hin
orientiert ist oder als „gemischter“ Handwerks- und Dienstleistungsbetrieb eingerichtet
ist, an kurze Absatzwege gebunden.
Es können grundsätzlich unterschieden werden:
a) standortabhängige Betriebe,
deren Absatzmöglichkeiten am günstigsten im Stadtzentrum sind. Das heißt,
dienstleistungsorientierte Handwerksbetriebe, die einen schnellen und prompten
Kundenservice bieten und
b) standortunabhängige Betriebe,
die häufig in Industriegebieten an der Peripherie der Städte vorzufinden sind. Die
Ertragslage ist bei diesen Handwerksbetrieben nicht unmittelbar vom Standort abhängig.
Welche grundsätzlichen Fragen können sich hierzu stellen?
Bei standortabhängigen Betrieben gelten im Wesentlichen die gleichen Fragestellungen
wie zum Einzelhandel.
Bei standortunabhängigen Betrieben:
-
Ist die Werkstattkapazität für eine flexible Anpassung an den Auftragsbestand
ausreichend? -
Sind Strom-, Wasser und Kanalanschlüsse vorhanden?
-
Sind die wesentlichen Bestimmungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und
der Gewerbeordnung bekannt? -
Habe ich mich über die Facharbeitersituation in der Stadt, im Landkreis informiert?
-
Werde ich die benötigten Fachkräfte bekommen?
Die vorher aufgeführten Fragen sollen und können nur als Denkanstöße und Orientierungshilfe dienlich sein. Jeder, der vor Eröffnung eines eigenen Unternehmens
vor die sicherlich nicht leichte Frage gestellt wird: „Welcher Standort ist der richtige?“, sollte für sich selbst, auf seine ganz spezifische Situation zugeschnittene
Fragen beantworten. Darüber hinaus ist zu empfehlen, einen Fachmann mit der
Erstellung eines Standortgutachtens zu beauftragen. Betriebsberatungen werden
durch Zuschüsse zu den Beratungskosten durch öffentliche Stellen gefördert.
Informationsstellen:
-
Industrie- und Handelskammern
-
Handwerkskammern
-
Unternehmensberater
-
Innungen
-
Fachverbände
Standortbewertung
Wollen Sie sich über Ihren zukünftigen Standort ein Bild machen und haben mehrere
Standorte zur Auswahl, so kann ein einfaches Standortbewertungsschema, wie
auf der nächsten Seite zu sehen, durchaus Entscheidungshilfe leisten.
Sie bewerten die einzelnen Standortfaktoren nach A (sehr gut bis gut), nach B
(mittel) und C (nicht geeignet). Aus der Bewertung der einzelnen Faktoren ergibt
sich dann ein durchaus aussagekräftiges Standortprofil. Für jeden Standort, der in
Frage kommt, können Sie ein Profil erstellen, diese gegenüberstellen und ihre Entscheidung
für den günstigsten Standort vorbereiten.
Für umfangreiche Standortbewertungen sollten Sie Rat und Hilfe von fachlich kompetenter
Stelle einholen. Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern,
Verbände und Innungen nennen Ihnen fachlich geeignete Gutachter beziehungsweise
Berater.
Standortfaktoren |
A |
B |
C | |
Kaufkraft |
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Kundennachfrage |
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Konkurrenz |
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Passantenfrequenz |
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Verkehrslage |
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Einzugsgebiet |
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Expansionsmöglichkeiten |
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Kosten |
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Grundstückskosten |
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Kundenparkplätze |
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Geschäftslage |
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